Dienstag vormittag waren wir dann wie immer wieder im Centre, jetzt bin ich wirklich angekommen dort und merke gerade im Unterschied zu Mike, der seinen ersten Tag hatte, wie involviert ich dort schon bin und das ich doch recht viel mache. Aber an dem Tag habe ich besonders versucht, Mike ein paar Regeln und den Tagesablauf zu erklären, damit er gut ankommen kann. Der Vormittag war aber etwas chaotisch, da die Kids bei allen Neuankömmlingen, versuchen, anzugeben, weil sie Angst haben, dass der nicht wiederkommt. Doch das ändert sich dann schon am zweiten Tag, wenn sie merken, dass man für längere Zeit da ist.
Am Nachmittag trafen wir uns dann mit Joe im PUSH-Office, um über Mikes Planung und noch einmal über unsere Aufgaben im Office zu sprechen. Danach hat uns Kimnor noch in einem Internetcafé vorgestellt, dass wir jetzt nutzen, um zu skypen.
Am Mittwoch waren wir dann wieder im Creche und wurden wie immer stürmisch mit „Jonathan and Mike“-Rufen dere Kinder begrüßt. Es ist echt schön, so freundlich begrüßt zu werden jeden Morgen und an diesem Tag war es auch einfacher, da Mike jetzt den zweiten Tag da war und die Kids sich etwas beruhigt hatten. Es ist inzwishcen bereits zu einem morgendlichen Ritual geworden, dass sich vor Mike eine lange Schlange bildet, die alle soweit hochgehoben werden wollen, dass sie die Decke berühren können. Dabei helfe ich ihm dann ab und zu mal, denn so bekommt gleich ein Fitnesstraining dazu, wenn man das ne Zeit lang macht.
Nachmittags waren wir dann im PUSH-Office, was sehr positiv überraschend für mich war, denn wir haben eine Meng an Arbeit geschafft und hatten trotzdem eine sehr nette Unterhaltung über das Leben in Südafrika und unsere Erlebnisse. Ich weiß nicht, wie oft ich schon die Frage gehört habe: „How is South Africa?“ Und es ist echt hart, eine wirkliche Antwort darauf zu finden, denn genauso kann man fragen, wie Deutschland ist und das in einem Satz ist sehr schwer zu beantworten. Genau das sage ich auch dann meistens und gebe ein paar Beispiele, was ich hier sehr gut finde.
Donnerstag konnten wir endlich mal ausschlafen, da wir eigentlich erst um 12:20h das ELSASO-Meeting auf dem Campus hatten. Wir waren schon von der Flat zu dem Student-Y (unser eigtl. Heim) gegangen, als uns ein Anruf von Joe erreichte, dass das Treffen ausfällt, da die Studenten streiken. Bei dem Streik geht es, soweit ich das mitbekommen habe, darum, dass die Uni ein paar Wohnheime, die neben dem Campus sind, mit auf den Campus integrieren will. Doch das würde Mehrkosten für die Einwohner bedeuten und daher streiken sie. Darum wurde dann aus dem Donnerstag ein entsoannter Tag, aber wir konnten mit Dina, der Hausmanagerin, über unsere Aufgaben im Student-Y reden. Wir werden helfend jeden Donnerstag bei einer „After-School-Help“ dabeisein und dann den Schülern mit Hausaufgaben helfen und Spiele spielen. Wir sind aber nicht die Organisatoren der Nachmittage, sondern helfen einfach nur an den Nachmittagen. Außerdem werden wir noch ab und zu bei ein paar Outreach-Projekten helfen oder bei Outings (Ausflüge) mit Studenten.
Am Abend haben Mike und ich dann probiert, Rosinenbrot zu backen. War doch recht lustig, vor allem, weil das Brot doch „etwas“ größer geworden ist als wir dachten. Aber das hat dem Geschmack nichts abgetan und irgendwie hat sich das Brot auch nicht wirklich lang gehalten...
Freitag war dann im Centre wieder ein Ausflug angesagt, diesmal ging es nach Minitown, eine Art Miniaturwunderland wie in Hamburg, dort sind einige Gebäude Durbans dargestellt. Für die Hinfahrt nahmen wir ein Taxi, in dem die Kids ordentlich am Mitsingen waren bei der House-Musik, war echt lustig. Dort angekommen machten wir zuerst eine Runde mit allen zusammen und danach durften Mike und ich auf die Horde während einer weiteren Runde aufpassen. Dabei ist es immer schwer, den Grad für die Kids zwischen Erlaubtem und nicht Erlaubten festzulegen, denn sie durften nicht rennen, aber wenn zwei mal rennen, dann kann man da nicht viel gegen machen außer Reden. Als letzte Möglichkeit hat man imemr noch, ein Kind auf die Bank zu schicken, das ist für die eine richtige Bestrafung, wenn die nicht mit den anderen zusammen Spaß haben können. Aber das mache ich nur wirklich sehr, sehr selten, denn das macht man erst nach zehmal was sagen oder so. Nach dem Besuch in Minitwon gingen wir dann am Strand entlang zurück, wobei man wirklich einiges sehen kann, aber zu den Attraktionen am Strand schreibe ich einen extra Blogpost, weil es da doch recht viel gibt.
Zurück im Centre waren dann alle (samt Lehrern!!!) kaputt und waren froh, zurückzusein. Es war aber ein sehr schöner Vormittag für alle.
Samstag war ein besonderer Tag für mich, denn ich war das erste Mal in einem Township. Zusammen mit Dina, der Hausmanagerin, und vier Studentinnen fuhren wir nach „Quarry Hills“. Dort gibt es eine Art Schule, in der alle paar Wochen Outreachwork von Dina gemacht wird. Als wir ankamen, war ich erstmal erstaunt über die großen Unterschiede zwischen der Stadt und dem Township. Es waren alles low-cost-Häuser und es gab viele Kinder auf der Straße, die spielten. In der Schule waren ca. 110 Kinder, die gerade sangen. Wir halfen dann, das Essen an die Kinder zu verteilen und danach war offene Zeit zum Spielen. Mike und ich gingen nach hinten raus und spielten mit den Kids Fußball, was wirklich richtig lustig war, vor Allem sind die Kleinen ganz schön gut und zu klein und wendig für uns, was einen dann doch geärgert hat, wenn die einenm den Ball klauen können... Da wir etwas spät angekommen waren, verließen wir das Township aber leider schon wieder anch drei Stunden. Es war eine sehr schöne Erfahrung und wir werden in dem Outreachprojekt auf jeden Fall weiterhin aktiv bleiben und öfters wieder dahinkommen.
Sonntag waren wir zunächst mit Joe auf dem AGM (Annual General Meeting) in Chesterville, was aber zu meinem Erstaunen mit Gottesdienst schon nach drei Stunden vorbei war, denn das hätte ich deutlich länger erwartet. Danach waren wir noch kurz bei St. Michaels (die Hauptgemeinde) zum Ende des Gottesdienstes. Und jetzt sitze ich auf der Couch in der Flat und schreibe diesen Post.
Wenn ich noch gute Ideen habe, schreibe ich auch noch einen Post, dann aber nicht den wöchentlichen Bericht, sondern über hier etwas Alltägliches, was aber für mich komplett neu ist. Lasst euch überraschen ;)
Euer Jonathan
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